Innerhalb von rund achtzehn Monaten hat sich im DACH-Raum ein Longevity-Cluster gebildet, den es in dieser Dichte vorher nicht gab. Berlin bekam mit Concept Club im November 2025 seinen ersten dedizierten „Longevity Club", München mit MitoSphere im März 2026 einen zweiten Anbieter mit „Erster"-Anspruch, Frankfurt öffnet Mitte 2026 mit THE WELL den bislang größten Members-Club im Bankenviertel — und parallel dazu bauen Kliniken wie YEARS Berlin, AIVA München oder das Longevity Center Vienna eine medizinisch geführte Schiene auf. Wer im Sommer 2026 versucht, das Feld zu überblicken, findet einen Markt, den weder die Fachgesellschaften noch die etablierten Gesundheitsmagazine bislang redaktionell sortiert haben.
Was gerade passiert: drei parallele Wellen
Der Markt lässt sich sauber in drei Segmente teilen, die sich in Erlösmodell, ärztlicher Struktur und Zielgruppe unterscheiden. Die erste Welle sind Kliniken im engeren Sinn: ärztlich geführte Praxen oder Praxisverbünde mit Approbation, GOÄ-Abrechnung, Facharzt-Team und einer Panel-Diagnostik, die in vielen Punkten näher an ESC- und ACC/AHA-Leitlinien liegt als der GKV-Check-up 35. Die zweite Welle sind Members-Clubs: Betriebe mit jährlicher Mitgliedschaft, Lounge und Trainingsfläche, medizinischem Beirat und einem meist angegliederten ärztlichen Partner. Die dritte Welle sind Hotel-Integrationen: bestehende Medical-Spa- und Kur-Häuser, die Longevity als Programm-Schiene ergänzen oder — wie das Posthotel Achenkirch im Juni 2026 — ein eigenes „Longevity Lab" eröffnen.
Die Bewegung ist nicht rein deutsch. In der Schweiz treiben Clinique La Prairie (Montreux), Chenot Palace Weggis und Grand Resort Bad Ragaz eine Klinik-Tradition, die zum Teil bis in die 1930er zurückreicht, in Richtung Longevity-Programmatik. In Österreich hat das Longevity Center Vienna um Andrea Maier ein akademisch fundiertes Anker-Angebot etabliert, während Park Igls in Igls bei Innsbruck und Vivamayr am Wörthersee die Mayr-Medizin in Longevity-Sprache neu erzählen. Und der bislang zurückhaltendste, aber vermutlich wichtigste Player — die Lanserhof-Gruppe — hat mit dem 2022 eröffneten Standort auf Sylt die diskretere, klinisch dominierte Variante gesetzt.
Kategorie 1: Kliniken — medizinisch geführt, GOÄ-getreu, panelstark
Die bekannteste deutsche Adresse ist YEARS Berlin, 2024 gegründet und in Berlin-Mitte ansässig. Ärztliche Leitung, klar strukturierte Preisspanne — nach Anbieterangabe rund 1.900 Euro für das Basispanel „Core" bis 16.900 Euro für „Ultimate" — und ein Diagnostik-Programm, das mit Ganzkörper-MRT, DEXA, Spiroergometrie, VO₂-max, epigenetischer Uhr und einer Panelbreite von 80 bis 120 Biomarkern arbeitet. Im Premium-Paket ergänzt um Genomsequenzierung und Mikrobiomanalyse. YEARS ist im deutschen Diskurs Referenzpunkt, weil Preise und Panel transparent kommuniziert sind — und weil das Konzept die evidenzbasierten Marker (Lp(a), ApoB, HbA1c, hsCRP) mit den umstrittenen (epigenetische Alterstests, Ganzkörper-MRT als Screening) offen kombiniert.
AIVA Health in München (gegründet 2024, Standort Maximilianstraße) ist der zweite große deutsche Klinik-Player: internistisch-präventivmedizinisch geführt, mit Fokus auf kardiovaskuläre und metabolische Präzisionsdiagnostik. AIVA arbeitet mit einer engeren Panel-Auswahl als YEARS, verzichtet auf Ganzkörper-MRT als Standardbaustein und positioniert sich näher an der Kardiologie. AYUN — Hamburg und Berlin — folgt einem ähnlichen Modell mit Schwerpunkt auf gender- und altersstratifizierter Diagnostik. Beide sind in der Business-Insider-Aufstellung Sommer 2025 vertreten, aber weniger prominent im Marketing als YEARS.
Das Longevity Center Vienna um Andrea Maier — Internistin, Geriaterin, Ko-Autorin des Leopoldina-Diskussionspapiers 2025 — ist der akademisch am tiefsten verankerte DACH-Anbieter. Maier hält den einzigen europäischen Longevity-Lehrstuhl an der National University of Singapore und leitet parallel die Wiener Klinik; das Panel folgt einem Framework, das sie mit Kollegen 2024 in Aging and Disease als „Framework for an Effective Healthy Longevity Clinic" publiziert hat. Der Kontrast zum Wellness-Duktus mancher Wettbewerber ist Teil der Positionierung.
In der Schweiz bilden zwei Klinik-Typen den Rahmen. Clinique La Prairie in Montreux ist mit ihrem seit 1931 laufenden Betrieb, dem sechs- bis siebenstelligen Reveal-Programm und Aufenthaltsdauern von einer bis vier Wochen der internationale Referenzpunkt für stationäre Longevity-Medizin — mit Klientel weit über den DACH-Raum hinaus. Die Kusnacht Practice am Zürichsee ergänzt das Bild um ein diskretes „Bio-R"-Konzept, das Longevity-Diagnostik mit psychiatrisch-psychotherapeutischer Betreuung koppelt und primär für ein internationales UHNW-Publikum konzipiert ist.
Kategorie 2: Members-Clubs — Lifestyle mit medizinischer Schicht
Der Members-Club-Typ ist neu und trägt einen Teil der Nachfrage, den Kliniken so nicht bedienen: den Wunsch nach kontinuierlicher Präsenz statt jährlichem Assessment. Der Concept Club Berlin — Eröffnung November 2025, Standort Mitte — ist der erste dieser Sorte, mit Fokus auf epigenetische Diagnostik, Kryo, HBOT und einem angegliederten Praxisteam. THE WELL Frankfurt folgt Mitte 2026 mit dem bislang größten Format: rund 3.500 Quadratmeter im Bankenviertel, ein Beirat mit Andreas Michalsen, Philipp Albrecht und Athanasios Karathanos, Behandlungen von HBOT über NAD-IV bis Photobiomodulation. U-The-Longevity-Club in München (Eröffnung Frühjahr 2026) und ROSY in Berlin adressieren ein jüngeres, wellness-affines Publikum mit Membership-Preisen um 1.800 bis 3.500 Euro pro Jahr.
Ein Grenzfall — und deshalb interessant — ist MitoSphere München: am 25. März 2026 im EG des Hotel Koenigshof eröffnet, mit Ministerpräsident Söder als Ehrengast und Nina Ruge als Moderatorin. MitoSphere versteht sich als „Longevity Hub", nicht als Klinik oder klassischer Club — Zugang über Jahresmitgliedschaft ab 1.800 Euro, ärztliche Leitung bei Dr. Alexander Auer, operative Verantwortung bei Sportwissenschaftler Andreas Hasenknopf. Das Modell zeigt, dass sich die Segmentgrenzen verschieben: „Hub", „Lab", „Studio" werden zu Alternativbegriffen für „Club" mit unterschiedlicher medizinischer Tiefe.
Kategorie 3: Hotel-Integrationen — Kur-Tradition in Longevity-Sprache
Die dritte Welle nutzt die vorhandene Infrastruktur der alpinen und schweizerischen Medical-Spa-Häuser. Grand Resort Bad Ragaz — mit seinem Medical Health Center und der Tamina-Quelle — ist das älteste DACH-Beispiel dafür, dass Kur-Medizin und moderne Präventivdiagnostik unter einem Dach funktionieren können; das Longevity-Programm wurde 2024 als eigene Schiene ausgewiesen. Chenot Palace Weggis am Vierwaldstätter See kombiniert das ursprüngliche Chenot-Detox-Konzept mit einem panelbasierten Longevity-Programm, das seit 2023 systematisch ausgebaut wird.
Lanserhof Sylt ist der zurückhaltendste Player: Eröffnung 2022, ein Neubau von Ingenhoven Architects am Steilufer bei List, medizinische Struktur nach dem Modell des Lanserhof Tegernsee. Longevity wird hier nicht als Marketing-Layer aufgesetzt, sondern in die bestehende Mayr-basierte Klinikstruktur integriert — das Ergebnis ist unter allen Betrachteten das mit dem geringsten Marketing-Rauschen. Park Igls bei Innsbruck folgt einem ähnlichen Modell mit ausgeprägter Mayr-Tradition und einer Longevity-Schiene, die 2024 unter Chefarzt Peter Barth systematisiert wurde.
Ein noch junger, aber bemerkenswerter Fall ist das Posthotel Achenkirch Longevity Lab, das im Sommer 2026 eröffnet hat und in einem klassisch tirolerischen Fünf-Sterne-Haus eine eigenständige Longevity-Struktur mit Panel-Diagnostik und IHHT-Bausteinen implementiert. Und in der Ostschweiz eröffnete BodyForming Winterthur im Frühjahr 2026 einen kleineren, ambulanten Standort mit Fokus auf Körperzusammensetzung, DEXA und metabolische Diagnostik.
Was ist evidenzbasiert, was ist Marketing?
Die Panels der DACH-Anbieter überlappen sich stark — und genau das erlaubt eine nüchterne Trennung von belegter Präventionsschicht und Zusatz mit weicher Datenlage.
Auf der belegten Seite: Lp(a) einmalig im Leben (ESC/EAS 2019, Class IIa), ApoB als Risikomarker insbesondere bei hohen Triglyzeriden, Adipositas, Diabetes, metabolischem Syndrom (ESC/EAS 2019, Class I), HbA1c und Nüchternglukose, hsCRP in ausgewählten Konstellationen und VO₂-max als etablierter Prädiktor für kardiovaskuläre und Gesamtmortalität. Wer diese Marker in einem Longevity-Panel bekommt, holt sich vor allem das nach, was der GKV-Check-up 35 nicht liefert — eine reale Lücke, die die DEGAM-Leitlinie 2025 nur eingeschränkt schließt.
Auf der schwächer belegten Seite: Ganzkörper-MRT als Screening bei asymptomatischen Erwachsenen hält das American College of Radiology in seinem Positionsstatement vom April 2023 ausdrücklich nicht für empfohlen, das systematische Review von Kwee & Kwee (2019, 12 Studien, 5.373 Personen) fand kritische oder indeterminierte Zufallsbefunde bei rund 32 Prozent — mit den bekannten Folgen aus Kaskadendiagnostik, Angstinduktion und Kosten. Redaktionelle Position: Sinnvoll bei begründeter Verdachtssymptomatik oder familiärer Risikokonstellation, nicht als jährliches Selbstzahler-Screening.
Liquid-Biopsy-Panels (GRAIL Galleri, Adela und Wettbewerber), in Premiumsegmenten inzwischen Teil der Panels, sind vielversprechend, aber ohne prospektive Screening-Evidenz auf Mortalität. Der IQWiG-Diskurs zu Multi-Cancer-Early-Detection-Tests bleibt zurückhaltend; der Nutzen-Schaden-Saldo bei asymptomatischen Erwachsenen ist offen. Redaktionelle Position: Aufklärungspflicht statt Bewerbung, kein Standardbaustein.
Epigenetische Uhren (Horvath, GrimAge, DunedinPACE) sind für Populationsforschung etabliert, für die individuelle Verlaufsmessung im Wellness-Setting mit einer Test-Retest-Variabilität von bis zu 2,4 Jahren belastet (Higgins-Chen et al. 2022) — Details in unserem Vergleich der Alterstests. IHHT (Intervall-Hypoxie-Hyperoxie-Training) und HBOT haben in Indikationen wie Höhenkrankheit, Wundheilung oder chronischer Wundversorgung Anwendung, für Anti-Aging-Endpunkte fehlt die kontrollierte Evidenz. NAD+-Infusionen — inzwischen Standard in Members-Clubs — sind pharmakokinetisch nachvollziehbar (NAD-Spiegel steigen), auf klinische Endpunkte bei Gesunden aber nicht belegt; die Datenlage zu oralen NAD-Boostern ist im Kontext der Wirkstoff-Debatte ausführlich sortiert.
Für wen ein Longevity-Club oder eine Klinik infrage kommt — und für wen nicht
Sinnvoll ist ein Longevity-Angebot am ehesten für Personen mit familiärer Belastung (früher kardiovaskulärer Tod, familiäre Hypercholesterinämie, hereditäre Krebssyndrome), für Menschen zwischen 40 und 60, die den GKV-Check-up 35 als zu dünn empfinden und keine PKV-Erstattung für erweiterte Panels haben, und für Klientel, die eine kontinuierliche ärztliche Begleitung außerhalb der Symptommedizin suchen. Der wirtschaftliche Rahmen — 2.000 bis 5.000 Euro jährlich für ein solides Panel, 20.000 Euro und mehr für die Premiumangebote der schweizerischen Häuser — schließt das Angebot faktisch auf ein hohes Fünftel des Einkommensspektrums ein.
Weniger sinnvoll ist ein Longevity-Angebot für Menschen unter 35 ohne familiäre Risikofaktoren (das Ertragsdelta zum GKV-Check-up ist gering), für Personen, die eine akute Beschwerde haben (dann gehört die Diagnostik ins reguläre System), und für alle, die glauben, epigenetische Uhren oder Ganzkörper-MRT würden ihnen einen belastbaren „biologischen Altersstatus" liefern. Der Diskurs um Longevity-Medizin versus klassische Präventivmedizin hat die Trennlinien deutlicher gezogen: Es geht selten um ein „besser" oder „schlechter", sondern um die Frage, welche Lücke tatsächlich geschlossen wird.
Kritische Stimmen im deutschen Diskurs — Andreas Michalsen an der Charité, ebenso wie die Autorinnen der populärwissenschaftlichen Kanalisierung — betonen konsistent, dass Bewegung, Ernährung, Schlaf, Nichtrauchen und Blutdruck- sowie Lipidkontrolle jeden Wirkstofftrend quantitativ überragen. Die DGIM-Jahrespressekonferenz 2025 wiederholte diese Botschaft explizit für die medikamentöse Longevity-Schiene.
Marktlücken 2026
Wer die Karte zeichnet, sieht deutliche weiße Flecken. Frankfurt und Rhein-Main haben mit THE WELL zwar einen großen Members-Club, aber jenseits davon keine dedizierte Longevity-Klinik im engeren Sinn — bemerkenswert für die Metropolregion mit dem höchsten pro-Kopf-Einkommen Deutschlands. Stuttgart, Köln und Leipzig haben zum Sommer 2026 keine dedizierten Longevity-Center; präventivmedizinische Praxen mit erweitertem Panel gibt es zwar, aber keine mit Longevity-Positionierung. Hamburg ist dünn besetzt: AYUN hat einen Standort, es existieren einzelne Anbieter, ein dominanter Player fehlt.
In Österreich sind Salzburg, Graz und Linz unversorgt — trotz starker Tourismus- und Kur-Struktur im Umland. In der Schweiz konzentriert sich das Angebot auf die Achse Zürich–Zentralschweiz–Genfersee; die Ostschweiz und das Tessin sind jenseits von Bad Ragaz und Weggis dünn. Das ist keine Rankingfrage, sondern eine Marktlage: Wer 2026 ein Longevity-Center gründen will, findet in mehreren Landeshauptstädten unbesetztes Terrain.
Fazit
Der DACH-Longevity-Markt ist innerhalb kurzer Zeit dreidimensional geworden — Klinik, Club, Hotel — und wird sich 2026/2027 vermutlich weiter ausdifferenzieren. Er füllt eine reale Lücke des Kassensystems, überzieht aber regelmäßig mit Diagnostik ohne Endpunkt-Evidenz und mit Wirkstoffen, deren Nutzen bei Gesunden nicht belegt ist. Die belastbare Präventivmedizin liegt heute näher an einer Kombination aus dem GKV-Check-up 35, den in ESC- und ACC/AHA-Leitlinien empfohlenen Zusatzmarkern (Lp(a), ApoB, CAC-Score bei indikationsbezogener Risikogruppe) und den vier klassischen Bausteinen Krafttraining, mediterrane Ernährung, Blutdruck- und LDL-Kontrolle, Nichtrauchen — als an einem 16.900-Euro-Panel. Wer sich in dem Feld orientiert, tut gut daran, weniger nach Preis, Ausstattung oder Marke zu fragen als nach ärztlicher Leitung, sauberer Trennung zwischen leitliniengetreuer und Off-Label-Schicht, und der Frage, welche konkrete Lücke ein Angebot für die eigene Situation tatsächlich schließt.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einer Longevity-Klinik und einem Longevity-Club?
Eine Longevity-Klinik ist medizinisch geführt (ärztliche Leitung, Approbation, Praxisstruktur, oft mit Facharzt-Team) und rechnet nach GOÄ ab. Ein Members-Club ist ein Lifestyle-Betrieb mit medizinischem Beirat und meist einem angegliederten Praxispartner: Der Zugang zu Diagnostik und Therapien erfolgt über Mitgliedschaft, ergänzt um Restaurant, Lounge, Trainingsbereich. Rechtlich ist die Behandlungsverantwortung in beiden Modellen ärztlich, die Vermarktung und die Preisstruktur unterscheiden sich deutlich.
Zahlt die Krankenkasse eine Longevity-Untersuchung?
Nein. Longevity-Panels sind reine Selbstzahler- beziehungsweise IGeL-Leistungen. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt den regulären Check-up 35 mit Blutdruck, Lipidprofil, Nüchternglukose, Urinstatus und Beratung. In der PKV hängt die Erstattung vom Tarif ab und ist nach GOÄ nicht garantiert. Preise für die im DACH-Raum angebotenen Panels liegen laut Anbietern zwischen rund 1.900 Euro (Basis) und über 20.000 Euro (Premium mit Ganzkörper-MRT, Genomik, Mikrobiom).
Welche Longevity-Städte sind im DACH-Raum 2026 abgedeckt — und welche nicht?
Berlin, München und Zürich sind mit mehreren Anbietern gut versorgt. Frankfurt hat mit THE WELL seit Mitte 2026 einen großen Members-Club, aber im Rhein-Main-Raum sonst wenig. Wien hat mit dem Longevity Center und dem Umfeld von Andrea Maier ein starkes akademisches Anker-Angebot. Marktlücken bleiben in Stuttgart, Köln, Leipzig, Hamburg (jenseits klassischer Präventivpraxen) sowie in Salzburg, Graz und Linz — hier gibt es 2026 keine dedizierten Longevity-Center.
Ist ein Ganzkörper-MRT im Longevity-Panel sinnvoll?
Für asymptomatische Erwachsene ohne Risikofaktoren gibt es dafür keine ausreichende Evidenz. Das American College of Radiology hat 2023 ausdrücklich davon abgeraten, das systematische Review von Kwee & Kwee (2019) fand eine gepoolte Prävalenz kritischer und indeterminierter Zufallsbefunde von 32 Prozent — in Protokollen mit kardiovaskulärer oder kolorektaler Bildgebung sogar rund 50 Prozent. Diese Befunde führen zu Folgeuntersuchungen, Angst und Kosten, ohne dass ein Mortalitätsnutzen in prospektiven Screening-Studien belegt wäre.
Was macht die US-Longevity-Szene anders als die im DACH-Raum?
US-Anbieter wie Fountain Life, Human Longevity oder Kernel arbeiten stärker mit Off-Label-Wirkstoffprotokollen (Rapamycin, NAD-Booster, Peptide), aggressiverem Marketing und Founder-Personenkult. Der DACH-Markt ist bislang zurückhaltender: Deutsche Kliniken wie AIVA oder YEARS positionieren sich näher an Präventivmedizin und Leitlinien, Schweizer Anbieter wie Clinique La Prairie oder Chenot betonen die Klinik-Tradition, österreichische Kliniken (Park Igls, Vivamayr) integrieren Longevity in ein bestehendes Kur-Konzept. Die evidenzferneren Wirkstoff-Protokolle sind hier seltener zentraler Verkaufspunkt.
Quellen
- NewsRedaktion Business Insider (2025) In diesen elf Longevity-Kliniken in Deutschland können sich Manager durchchecken lassen · Business Insider Deutschland
- NewsFrimmer V (2025) Gesundheitstrend Longevity: Auf der Suche nach dem Jungbrunnen · Deutsches Ärzteblatt 2/2025
- LeitlinieSchumacher B, Tüscher O, Maier A et al. (2025) Konzepte für eine neue Medizin in einer alternden Gesellschaft · Leopoldina-Diskussion Nr. 39
- Presse(2025) DGIM Jahrespressekonferenz 13.03.2025: Mit Wissenschaft gegen das Altern · Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin
- Leitlinie(2024) IGeL-Bewertungen und Überdiagnostik-Positionen des IQWiG · Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen
- ReviewKwee RM, Kwee TC (2019) Incidental findings on whole-body MRI in asymptomatic subjects: A systematic review and meta-analysis · Journal of Magnetic Resonance Imaging
- Leitlinie(2023) ACR Position Statement on Screening Whole-Body MRI (17.04.2023) · American College of Radiology
- Anbieter(2026) YEARS Berlin — Longevity Klinik · YEARS Berlin
- Anbieter(2026) AIVA Longevity Klinik München · AIVA Health
- Anbieter(2026) AYUN Longevity Klinik · AYUN
- Anbieter(2026) Longevity Center Vienna / Warschau · Longevity Center
- Anbieter(2026) Clinique La Prairie Longevity Programme · Clinique La Prairie
- Anbieter(2026) The Kusnacht Practice — Bio-R Programme · Kusnacht Practice
- Anbieter(2026) THE WELL Frankfurt · THE WELL / THE FLAG Gruppe
- Anbieter(2026) Chenot Palace Weggis Longevity Programme · Chenot Group
- Anbieter(2026) Grand Resort Bad Ragaz — Medical Health Center · Grand Resort Bad Ragaz
- Anbieter(2026) Lanserhof Sylt · Lanserhof Group
- Anbieter(2026) Park Igls Medical Spa Resort · Park Igls
- Anbieter(2026) Posthotel Achenkirch — Longevity Lab · Posthotel Achenkirch
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